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Reiten in Österreich - eine Bestandsaufnahme

Foto: Johannes Wiesinger Reiten gilt hierzulande immer noch als teure Randsportart (im Vergleich zu Breitensportarten wie Radfahren oder Laufen) mit elitärem Charakter. Der Bereich Freizeit- und Wanderreiten verzeichnet allerdings bereits seit einiger Zeit einen Aufschwung, vor allem aufgrund seines Erholungswertes in der freien Natur.

In den meisten Reitställen wird nach wie vor nach der "klassischen" englischen Reitweise unterrichtet, die von oft geradezu militärischem Drill gekennzeichnet ist. Kaum verwunderlich ist es deshalb, dass alternative Reitstile wie das Westernreiten ungeheuren Zustrom haben, da sie als weniger einengend für Pferd und Reiter empfunden werden.

Der Pferdesport und die Zucht in Österreich sind in Händen eher kleiner, nach traditierten Grundsätzen ausgerichteten Verbänden und orientieren sich an dem Beispiel Deutschlands.

Traditionell bis "mechanisiert" präsentiert sich auch der Umgang mit Pferden in den meisten Reitställen, wobei auf die Beziehung zwischen Pferd und Mensch kaum Rücksicht genommen wird. Grundlegende Prinzipien dieser Beziehung wie Anerkennung, Dominanz, Abwehr oder Fluchtverhalten sind oft weder in der Ausbildung von Pferden noch von Reitern ein Thema, obwohl sie eigentlich die wichtigste Basis darstellen.

Auffallend auch, dass sich die klassische Reitweise, wie sie in den meisten Reit- und Ausbildungsställen praktiziert wird, sich auf das Reiten des Pferdes beschränkt. Der tägliche Umgang mit dem Lebenwesen Pferd (Führen, Putzen, Satteln, Verladen etc.) wird dabei aber kaum berücksichtigt. Beobachtet man das Verhalten vieler Pferdebesitzer, zeigt sich eine deutliche Ambivalenz: Das Pferd ist entweder verhätscheltes (und vermenschlichtes) Haustier oder wird als teures Sportgerät betrachtet, das es möglichst effizient und gewinnbringend zu nutzen gilt. Daher scheint es nur logisch, dass bei auftretenden Problemen sofort zu Druckmitteln wie Hilfszügeln oder Sporen gegriffen wird, aber nicht an der Behebung der "Ursache" gearbeitet wird.

Die Zeit scheint deshalb mehr als reif für einen neuen Zugang zum Partner Pferd, für einen wachsenden, erlebten Pferdeverstand. Natural Horsemanship ist daher auf dem besten Weg, dem Reitsport (nicht nur) in Österreich neue Impulse zu geben.

(Danke an Marion Grill für diese treffende Analyse des Reitsports in Österreich!)

Autor: : petra -- 27.4.2011 9:41:10


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